Toyota – Erfolg macht mutig: Nissans Citycar-Trio
Erstellt von ub am 24. Mai 2011
Kleine Jungs mit großen Plänen: Nissans Citycar-Trio. Erfolg macht mutig. Das ist auch im Fall von Nissan so. In Europa haben die Japaner vergangenes Jahr fast 20 Prozent mehr Autos verkauft als im Vorjahr. Insgesamt sind 607 000 Einheiten abgesetzt worden, was einem Marktanteil von 3,3 Prozent entspricht. Das ist der beste Wert seit 1995. Grund genug, jetzt vollmundig zu verkünden, man wolle noch dieses Jahr Toyota vom Thron stoßen, bislang die Nummer 1 der japanischen Autohersteller in Europa.
Helfen sollen dabei vor allem die Kleinen und Kompakten. “Wir freuen uns zwar über knapp eine viertel Million verkaufter Qashqai”, sagt Vincent Wijnen, Geschäftsführer Nissan Center Europe, “doch das Herzstück unserer Palette sind auch die starken Kleinen. Das zeigt allein schon die Tatsache, dass wir die Absatzprognosen des Juke von 80 000 auf 120 000 Einheiten erhöhen mussten.” In der Tat: Das Klein- und Kompaktwagengeschäft brummt: In Deutschland entfällt auf das sogenannte B-Segment, zu dem Micra, Juke und Note gehören, 46 Prozent aller Neuzulassungen der Marke. Künftig sollen diese drei Modelle weit mehr als die Hälfte des Absatzes ausmachen. “Der Trend zu kleineren Autos wird sich fortsetzen”, ist Wijnen überzeugt.
Mit dem ab 16 990 Euro erhältlichen Juke hat sein Unternehmen im vorigen Oktober einen großen Schritt in diese Richtung gewagt. Der nur 4,14 Meter lange Crossover provoziert durch seine außergewöhnliche Optik. Man mag ihn oder findet ihn hässlich, dazwischen gibt’s nichts. Mit seinem robusten Unterbau und dem sportlichen Oberteil gleicht er einer Mischung aus SUV und Coupé. Seinen Fans scheint extravagantes Design zu reichen, sie brauchen offensichtlich keine SUV-artige PS-Power. 60 Prozent der Juke-Kundschaft entscheidet sich laut Hersteller für den kleinen 1,6-Liter-Benziner mit 86 kW/117 PS. Den 1,5-Liter-Diesel mit 81 kW/110 PS wählt jeder fünfte Juke-Käufer. Nur 20 Prozent bevorzugen die sportlichste Variante, den Juke mit dem 1,6-Liter-Turbobenziner mit 140 kW/190 PS.
Kleinster Vertreter des Nissan-Portfolios ist der Micra, seit vergangenem November als komplett neues Modell zu Preisen ab 10 740 Euro im Handel. “Der Micra ist besonders wichtig für den europäischen Erfolg”, sagt Wijnen. Geplant sind europaweit 100 000 Einheiten pro Jahr. Ausgelegt ist der Micra aber als globales Auto, sprich: der 3,78 Meter kurze Stadtwagen soll Käufer in China ebenso ansprechen wie in Paris. Das ist auch einer der Gründe, warum er seine Knuffigkeit und seine Kulleraugen verloren hat. Massenkompatibilität ist angesagt. Gebaut wird der Micra in Indien, Thailand und Mexiko und vertrieben in 160 Ländern der Erde.
Beim Fahren zeigte sich der Micra überraschend leise und komfortabel. Den größten Anteil daran hat der neukonstruierte Dreizylinder-Motor mit 1,2 Liter Hubraum und 59kW/80 PS. Gewöhnlich läuft so ein Aggregat recht knurrig, doch ist es den Ingenieuren gelungen, Ruhe in das Auf und Ab von Kolben und Pleuel zu bringen. Dreizylinder-typisch gut ist der Spritverbrauch. Versprochen werden fünf Liter und ein CO2-Ausstoß von 115 g/km. Auf gar vier Liter Normverbrauch soll die Kompressor-Version kommen, die im Spätsommer als Top-Motorisierung in den Micra einzieht. Der sogenannte “Supercharged-Dreizylinder” mit Start-Stopp-System leistet 73 kW/99 PS, stößt nur 95 Gramm CO2 aus und dürfte sich damit den Titel “sparsamster Benziner der Welt” sichern. Dies ist auch der Grund, warum der Micra nicht mehr mit einem Diesel angeboten wird. “Leistung, Drehmoment und Verbrauch liegen auf dem Niveau eines Selbstzünders, und ein Ottomotor kostet erheblich weniger”, sagt Eric Rigaux, Produktmanager des Micra.
Diesel-Freunde kommen dagegen beim Note, dem dritten Auto im Citycar-Bunde, auf ihre Kosten. Mit seiner Länge von 4,10 Meter und Van-ähnlichen Proportionen ist der ab 13 910 Euro erhältliche Note Nissans kleinstes Modell mit einem Dieselmotor. Der 66 kW/90 PS starke Selbstzünder (1,5 dCi) ist im Zuge der Euro-5-Anpassungen erneut auf weniger Verbrauch getrimmt worden. Das Werk gibt jetzt einen Durchschnittswert von 4,2 Litern an. Dennoch entscheiden sich gerade einmal sieben Prozent der Note-Kunden für den Diesel. Bestseller unter den Motoren bleibt mit 68 Prozent Verkaufsanteil der 1,4-Liter-Benziner mit 86 kW/117 PS. Es scheint in der Tat so, als gehöre den Spar-Benzinern die Zukunft der Stadtmobile. Michael Specht/mid Bildquelle:Nissan
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