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Brennstoffzellenautos – Brennstoffzelle bleibt wegen Platin in der Nische

Der Traum vom Auto, das nur Wasserdampf ausstößt und elektrisch fährt, scheitert wohl an der Realität: Mit einem Durchbruch der Brennstoffzellenautos ist auf absehbare Zeit nicht zu rechnen. Selbst bei um achtzig Prozent niedrigerenProduktionskosten als gegenwärtig kommt die Brennstoffzellen-Technologie für den Massenmarkt nicht in Frage. Zu dieser eher pessimistischen Einschätzung kommt eine aktuelle Roland Berger-Studie.

Brennstoffzellen zur Stromerzeugung an Bord gelten seit etlichen Jahren in der Autoindustrie als attraktive Alternative zum batteriegespeisten Elektroantrieb. Mit Milliarden-Investitionen haben Konzerne wie Daimler, Toyota oder auch Volkswagen diese Technik vorangetrieben. Dabei wird an Bord des Fahrzeugs in einer Membran-Elektroden-Einheit Wasserstoff in elektrische Energie umgewandelt. So werden seit vielen Jahren zahlreiche Prototypen angetrieben. Die Serienfertigung der Fuel-Cell-Autos aber scheitert – wie die Berger-Studie zeigt – vor allem an den Kosten. Denn größter Kostentreiber für diese umweltfreundliche Stromerzeugung ist das teure Edelmetall Platin. Für die Membran zur Stromerzeugung wird es als Katalysator zum Auslösen der chemischen Reaktion benötigt und ist laut Studie mit 45 Prozent Anteil an den Gesamtkosten der größte Kostenfaktor. Zurzeit kostet ein Brennstoffzellensystem je Fahrzeug rund 45 000 Euro und selbst bei einer jährlichen Produktion von 300 000 Einheiten läge der Preis für die Membran-Einheit noch bei rund 2 500 Euro.

Nach einer optimistischeren Schätzung könnte durch Optimierungen der Membran-Herstellung die Platinmenge so verringert werden, dass sich der Aufwand für das weltweit sehr limitiert angebotene Edelmetall auf tausend Euro je Fahrzeug verringert. Zudem besteht das Problem der eingeschränkten Verfügbarkeit. Und wie sich die Platinpreise bei stark steigender Nachfrage entwickeln, ist vorhersehbar: Sie werden wohl steigen.

Deshalb forschen die Autohersteller intensiv an Fuel-Cell-Systemen, die ohne Platin auskommen. Allerdings sind diese Techniken laut Berger-Studie „noch weit von der Serienreife entfernt.“ Auf dem Weg zur Null-Emissions-Mobilität werden Antriebsarten mit Batterie und Hybridtechnik im Auto die Hauptrollen übernehmen, bewertet die Roland-Berger-Studie die Möglichkeiten der Brennstoffzellen-Technik. Mittelfristig wird demnach die Fuel-Cell im Auto nicht über ein Nischendasein hinauskommen und selbst langfristig ist ihre Einführung im Massenmarkt unwahrscheinlich. mid/wp


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