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Crossover Nissan Juke: Vom Alltagsauto bis zum Spaßmobil

Mit dem Crossover „Juke“ mischt Autohersteller Nissan seit 2010 die Kompaktklasse auf. Alleine in Deutschland stammt mehr als jedes vierte neue Auto aus diesem Segment. Mit dem Juke setzt Nissan auf ein Konzept in der Klasse, das nicht einfach das Grundkonzept mit vier Türen und Heckklappe kopiert, sondern viele Spielarten erlaubt: vom Alltagsfahrzeug über den kompakten Sportler bis zum Hochleistungssportwagen.

Keine Fahrzeugklasse ist in Deutschland so beliebt wie die Kompaktklasse. Von den gut 43 Millionen Pkw, die am 1. Januar 2013 in der Bundesrepublik zugelassen waren, lässt sich rund ein Viertel den Kompakten zuordnen. Das Kraftfahrtbundesamt in Flensburg verzeichnet in den ersten vier Monaten des Jahres 242 680 neue Kompakte. Das entspricht einem Anteil von 25,4 Prozent von allen 958 401 Neuzulassungen, die die Behörde von Januar bis April registriert hat. Über der Klasse schwebt der VW „Golf“, der in den ersten vier Monaten des Jahres bereits 74 524 Neukunden überzeugte. Die sogenannten „Kleinwagen“ um VW „Polo“, Opel „Corsa“ und Ford „Fiesta“ liefern noch einmal 16,4 Prozent Marktanteil, sodass die Fronttriebler mit zwei oder vier Türen und Heckklappe 41,8 Prozent des gesamten Neuwagengeschäfts unter sich aufteilen.

Bis 2006 versuchte Nissan als zweitgrößter japanischer Autohersteller bei den Kompakten mit dem „Almera“ zu reüssieren. Ein zuverlässiges solides Auto, das jedoch selbst einen Hauch von Sexappeal vermissen ließ. Der ab 2008 angebotene „Tiida“ vermochte mit solchen Werten und einem Platzangebot, das sogar in die Mittelklasse passte, so wenig zu überzeugen, dass Nissan den Vertrieb für Europa 2011 stoppte. Zu diesem Zeitpunkt hatte der Juke bereits das Licht der Welt erblickt und unter Beweis gestellt, dass Solidität nicht alleine das Herz der Kunden höher schlagen lässt. Es gehört auch Eigenständigkeit und Unverwechselbarkeit dazu.

Diese Unverwechselbarkeit generiert die Fahrzeugklasse der sogenannten „Crossover“ per se. Crossover sind Hybride. Nicht aus der technischen Sicht des Antriebs, sondern im Modelltyp. Automobile Mischwesen, die im Falle des Jukes den Auftritt des Kompakten mit den Attributen eines SUV kombinieren. Mit einem Crossover-Konzept entstehen so weiterhin jene Alltagsautos, die jahrein-, jahraus wirtschaftlich und mit zuverlässiger Technik dienen, aber in puncto Auftritt auch eine gute Portion Herzklopfen im Sinn führen. Der Juke bietet aktuell vier klassengemäße Motorisierungen zwischen 69 kW/94 PS und 140 kW/190 PS Leistung an; dazu für die leistungsstarken Modelle Allradantrieb.

Welche Möglichkeiten in dem Konzept stecken, zeigte Nissan 2011 mit dem „Juke-R“. Zuerst für reine Studienzwecke kombinierten die Entwickler den 4,13 Meter langen Crossover mit der Technik des Supersportwagens „GT-R“. Der daraus resultierende Kraftzwerg trumpfte mit 390 kW/530 PS auf und bewegte die Fans rund um den Globus, dass der Hersteller sich genötigt sah, aus dem Spaß Ernst zu machen und den „Juke GT-R“ bis hin zur Kleinserie reifen zu lassen. Der 3,8-Liter-Twin-Turbo-V6 leistete im ersten rennstreckentauglichen Modell 357 kW/485 PS, der gesamte Antriebsstrang, die Radaufhängung und das 7-Zoll-Informations-Display stammen vom „Juke-R“, während sich das Fahrzeug in Abmessungen und Radstand nicht vom Serien-Juke unterschied. Für den Rennstreckeneinsatz qualifizieren den „Juke R“ unter anderem ein Überrollkäfig nach FIA-Spezifikation, ein geteilter Heckspoiler und Rennsitze. Die Fahrwerte ließen nicht nur jugendliche Autoquartett-Fans mit der Zunge schnalzen: 0 bis 100 Sachen in 3,7 Sekunden und 257 km/h Höchstgeschwindigkeit.

Im Frühjahr 2012 wollte sich Nissan dem hartnäckigen Drängen gut betuchter Fans nicht mehr entziehen und stellte eine Kleinserie auf die mächtigen Räder, die gleich in den Genuss des für den „GT-R“ überarbeiteten Motors kamen, der nun 404 kW/550 PS auf seine vier angetriebenen Räder entlassen durfte. Zu einem nicht gennannten Preis dürfen es nun 21 Glückliche mit dem „Über-Juke“ krachen lassen.

Dass der „Juke“ auch GTI kann, beweist seit Februar die „Nismo“-Variante des Crossover. „Nismo“ ist für Nissan das, was „AMG“ für Mercedes ist, oder „M“ für BMW. Sozusagen der hauseigene Tuner, der seine Wurzeln im Motorsport hat und aktuell für diejenigen sportlichen Modelle sorgen darf, die den Kunden zurufen: „Darf`s ein bisschen mehr sein?“ Unter der Haube des „Juke Nismo“ steckt eine überarbeitete Version des Nissan-1,6-Liter-Motors. Die Leistung ist von 140 kW/190 PS auf 147 kW/200 PS gestiegen, das maximale Drehmoment von 240 Nm auf 250 Nm. 26 400 Euro für den „Nismo Juke“ mit Frontantrieb gelten in der GTI-Klasse als günstig. 29 400 Euro sind für die Version mit Allrad fällig. Und das, so verspricht der Autohersteller, ist noch nicht das Ende der Fahnenstange für den Juke. Eine leistungsstärkere Version steckt bereits in der Pipeline. Thomas Lang/mid tl/mid
 


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