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Fahrbericht Ford Ecosport – Feinschliff für das kleine SUV

Fahrbericht mit den technischen Autodaten des kleinen SUVs Ford Ecosport: Ein leicht erstarkter Dieselmotor, Feinschliff für Fahrwerk und Lenkung und ein aufgehübschter Innenraum – Mit diesen Maßnahmen will Ford sein kleines SUV Ecosport voranbringen. Ob dieses Rezept aufgeht, zeigt eine erste Probefahrt.

Das Facelift für den Kölner Kompakten kommt knapp zwei Jahre nach dem Start in Deutschland recht früh. Grund ist Nachbesserungsbedarf, den Käufer sehr deutlich an den Hersteller herangetragen haben. Und der reagiert prompt.

Kritikpunkte: Das Heck-Design mit Reserverad an der seitlich öffnenden Hecktür und die Materialwahl bzw. die Verarbeitungsqualität im Innenraum. Punkt eins war recht leicht durch das Abmontieren des Reserverads zu lösen. Das sei im Stadtverkehr – dem primären Einsatzgebiet des Fronttrieblers – ohnehin praktischer, da der Wagen dadurch 25 Zentimeter kürzer (4,02 Meter) ist und sich die Hecktüre in Parklücken besser öffnen lässt. Für Liebhaber des Offroad-Looks Ford gibt es das Rad am Heck auch weiterhin, künftig aber nur noch als Option zum Aufpreis von 200 Euro.

Nicht wirklich gelungen ist die Aufwertung des Interieurs. Noch immer dominiert Hartplastik wie in den 1980ern. Die Sitze sind straff gepolstert und ausreichend bequem, bieten aber zu wenig Seitenhalt und Oberschenkel-Auflagefläche.

Auf Wunsch gibt es jetzt im Ecosport für 475 Euro Aufpreis das Sync2-Infotainment-System mit Freisprecheinrichtung und Notruf-Assistent. Außerdem sind über die „Applink“-Funktion ausgewählte Smartphone-Apps – zum Beispiel das Musik-Streaming-Angebot „Spotify“ – per Sprachbefehl über das System steuerbar. Ausreichend vernetzt ist der Ecosport damit allemal. Und zum Jahresende sind zusätzlich ein Navigationssystem und eine Rückfahrkamera erhältlich. Aber: Das Farbdisplay ist nur 4 Zoll groß.

Als Motorisierung hat Ford für den Ecosport einen 1,5-Liter-Vierzylinder-Benziner mit 82 kW/112 PS, einen gleich großen Dieselmotor, der mit 70 kW/95PS nun 5 PS mehr als im Vorgänger leistet und den 1,0-Liter-Dreizylinder Benziner mit 92 kW/125 PS, der unter der Haube des Testwagens arbeitete. Vom Start weg ist er deutlich brummend im Innenraum zu vernehmen, von der verbesserten Geräuschdämmung ist wenig zu spüren.

Für die Kraftübertragung ist standardmäßig ein manuelles Fünfgang-Getriebe zuständig. Die Schaltung ist leichtgängig und funktioniert tadellos, doch ein Gang mehr wäre hier schon wünschenswert. Nur für den Vierzylinder Benziner ist eine Sechsgang-Automatik verfügbar.

Warum das?

Zum einen ist die Nachfrage bei den Kunden sehr gering und zudem steht derzeit kein entsprechendes Getriebe zur Verfügung, erklärt Norbert Steffens, Chef-Ingenieur für die Kleinwagen bei Ford. Sowohl manuelle Sechsgang-Getriebe als auch die Automatik für weitere Motoren werde es in etwa zwei Jahren bei der Neuauflage des Modells geben.

Bei gemäßigter Fahrweise begnügt sich der Dreizylinder auf der Testfahrt laut Bordcomputer mit knapp sieben Litern Super pro 100 km. Bei flotter Gangart sind es fast zehn Liter. Der Motor hat mit dem 1.337 Kilogramm schweren Kompakt-SUV so seine Mühe, ein Sprintwunder ist der Ecosport damit sicher nicht. Für den Alltag und das Mitschwimmen in der Stadt und über Land ist er aber allemal stark genug.

Doch die Kunden verlangen laut Ford nach mehr:

Und deshalb gibt es den Dreizylinder ab Anfang 2016 auch mit 103 kW/140 PS in Verbindung mit der neuen Ausstattungs-Variante Ecosport S. Die hebt sich außerdem optisch durch ein schwarz lackiertes Dach und 17-Zoll-Aluräder mit Goodyear-Efficient-Grip-Bereifung ab. Auch an den Dämpfern und der ESP-Kalibrierung haben die Ingenieure zugunsten einer höheren Agilität nochmals Hand angelegt.

Kommen wir zu der großen Stärke des kleinsten Sprosses von Fords dreiköpfiger SUV-Familie aus Ecosport, Kuga und dem neuen Edge: das Fahrverhalten. Das schon vor der Modellpflege gute Fahrwerk und die elektro-mechanische Servolenkung wirken nochmals verbessert. Zielsicher lässt sich der Wagen durch Kurven pilotieren und gibt dem Fahrer jederzeit eine gute Rückmeldung über die Straßenbeschaffenheit. Die Federung ist straff, aber nicht unkomfortabel. Und der vergleichsweise kleine Wendekreis von 10,6 Metern ist in der Stadt ebenfalls sehr angenehm.

Fazit:

Der Ford Ecosport ist kein schlechtes Auto, doch bei der Qualitätsanmutung haben Konkurrenten wie der Fiat 500x. Jeep® Renegade oder Mazda CX3 die Nase vorn. Und auch die Motorenvielfalt ist bisher nicht berauschend. Dennoch bietet der Ecosport in der Stadt und auf kurvigen Landstraßen wegen seines Ford-typisch guten Fahrwerks und der präzisen Lenkung eine Menge Fahrspaß zum Preis ab 17.990 Euro. Mit dem Ecoboost-Dreizylinder startet die Preisliste bei 18.990 Euro.

Thomas Schneider/mid

Technische Daten Ford Ecosport:

Viertüriges, fünfsitziges Kompakt-SUV mit Heckschwingtür; Länge/Breite/Höhe/Radstand in Metern: 4,02 – 4,27/2,06/1,70/2,52, Leergewicht 1.337 kg, max. Zuladung: 393 kg, Kofferraumvolumen: 333 l – 1.238 l, Wendekreis: 10,6 Meter, Bodenfreiheit: 16 cm, Tankinhalt: 52 l. Motor: 1,0-Liter-Dreizylinder-Turbo-Benziner, Leistung: 92 kW/125 PS bei 6.000/min, max. Drehmoment: 215 Nm bei 1.400/min – 4.500/min, Fünfgang-Schaltgetriebe, Beschleunigung 0-100 km/h: 12,7 sek., Höchstgeschwindigkeit: 180 km/h, Normverbrauch: 5,4 l Benzin, 125 g CO2/km Preis: ab 18.990 Euro. mid/ts


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