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Kia Ceed im Test: Neuauflage überzeugt

Der neue Kia Ceed ist in der zweiten Modellgeneration deutlich aggressiver gestaltet, als sein Vorgänger. Die Front des Kompakten dominieren schmale, lang gezogene Scheinwerfer, ein großer Kühlergrill mit schwarzem Wabenmuster und Chromumrandung sowie das mittig angebrachte Kia-Emblem. Der fünftürige Ceed zu Preisen ab 14 490 Euro ist 4,31 Meter lang, 1,78 Meter breit und 1,47 Meter hoch. Damit ist er gegenüber dem Vorgängermodell um 5 Zentimeter in der Länge gewachsen und in der Höhe um 1 Zentimeter geschrumpft, weil das Fahrwerk tiefer gelegt wurde. Das runde Heck mit seinen großen Rückleuchten wirkt durchaus bullig. Insgesamt hinterlässt der Außenauftritt einen sportlichen und edlen Eindruck.

Das samtige Soft-Touch-Interieur vermittelt eine luxuriöse Atmosphäre. Gleichzeitig wirkt der Arbeitsplatz mit dem einstellbaren Lederlenkrad sehr funktional. Dafür sorgt vor allem der optionale elektrische Sitz mit Memory-Funktion. Etwas gewöhnungsbedürftig dagegen: Der Sitz fährt beim Öffnen der Tür weit nach hinten, um dem Fahrer einen optimalen Ein-und Ausstieg zu ermöglichen. Umgekehrt bedarf es einiger Sekunden, bis das Sitz-Gedächtnis den Fahrer wieder in die persönliche Sitzposition gebracht hat.

Praktisch ist auch die optionale, elektronische Parkbremse, die als kleiner Zug- und Druckhebel ausgestaltet ist. Ein sperriges Handbremsgestänge entfällt. Der kurze Ganghebel ist griffig und unterstreicht die gute Materialanmutung des Koreaners, der in der Slowakei produziert wird. Das Armaturenbrett ist mit seinen drei Rundanzeigen übersichtlich gestaltet. Alle notwenigen Instrumente sind für den Fahrer optimal erreichbar. Allein das Multifunktionslenkrad bedarf mit seinen 14 Schaltern und Tasten pfadfinderischer Fähigkeiten.

Entspannung verschafft die übersichtliche Kia-Navigation. Und auch die Rückfahrkamera möchte der Fahrer nicht missen. Grund: Die Rücksicht ist trotz breiter Außenspiegel durch die eng zulaufenden Seiten- und das kleine Heckfenster nicht optimal. Etwas Probleme haben zudem Sitzriesen auf dem Beifahrerplatz mit der Sicht nach vorne, da sich der Copiloten-Sessel nicht in der Höhe verstellen lässt. Immerhin reicht die Kopffreiheit auch beim Beifahrer. Gut ist das Platzangebot im Fond. Die Hinterbänkler haben auch bei weit zurück gestellte Frontsitzen ausreichend Beinfreiheit. Empfehlenswert ist das neue elektrische Glasschiebedach, das eine Panoramaaussicht nach oben bietet. In dem um 40 Liter auf 380 Liter gewachsenen Kofferraum findet das Gepäck für einen Reise- und Wanderurlaub von vier Personen hinreichend Platz.

In der Spirit-Ausstattung strotzt der Ceed nur so vor Komfort- und Sicherheitsfeatures, wie dem intelligenten Parksystem, dem Spurhalte-Assistenten, den Xenon-Scheinwerfern oder dem sich anpassenden Abbiege- und Kurvenlicht. Viele Kleinigkeiten erhöhen die Bequemlichkeit. Dazu gehören Smart-Key und Startknopf, Einstiegsleuchten im Außenspiegel und beleuchtet Außentürgriffe. Eine Tunnelkonsole verströmt im Fond warme oder kalte Luft. Zudem sorgen sechs Airbags für ein gutes Sicherheitsgefühl.

In dem Test-Ceed zum Preis von 28 300 Euro arbeitet ein 1,6-Liter-Vierzylinder-Dieselmotor mit 94 kW/128 PS. Im Test erreicht er 190 km/h nur mühsam, wenn er auch laut Herstellerangaben 197 Km/h schnell sein sollte. Für den Sprint von Null auf Hundert benötigt der Ceed 10,9 Sekunden. Das Fahrzeug ist mit einem EcoDynamics-Paket ausgestattet, das hilft, Sprit zu sparen. Es umfasst eine energiesparende Lichtmaschine, Leichtlaufreifen sowie eine längere Getriebeübersetzung und ein Start-Stopp-System. Leichtgängig folgt der Wagen jedem Lenkbefehl. Die Schaltwege sind angenehm kurz. Vom Diesel ist kaum etwas zu hören. Bei höheren Geschwindigkeiten bleibt es im Inneren angenehm ruhig. Der Feinschliff und die deutlich bessere Verarbeitung gegenüber dem Vorgänger machen sich durchaus bezahlt. Die Windgeräusche sind kaum zu hören.

Seine Spursicherheit hat das Fahrzeug bei einem plötzlichen Ausweichmanöver bewiesen. Dieses meisterte der Kia Ceed trotz unterschiedlichen Fahrbahnbelägen ohne jedes Schlingern. Das Kurvenverhalten ist exzellent. Beim Spritverbrauch liegt er weit über der Herstellerangabe von 4,3 Litern Diesel pro 100 Kilometer. Der Bordcomputer zeigte nach rund 14 Fahrtagen einen Durchschnittsverbrauch von 7,4 Liter auf 100 Kilometern an. Etwas hypersensibel reagierte die elektrische Reifendruckkontrolle. Trotz Warnsignals konnte an der Tankstelle kein Luftverlust festgestellt werden.

In seiner Klasse braucht er sich dennoch vor niemandem, nicht einmal vor dem Topgegner VW Golf, zu verstecken. Bei gleicher Ausstattung kostet der Koreaner nämlich den einen oder anderen Tausender weniger. Dabei ist der Ceed etwas wendiger und geräumiger. Zudem: Einen großen Imageabschlag dürfte der Name Kia in Zukunft wohl kaum noch rechtfertigen. Uwe Schmidt-Kasparek/mid

Beurteilung:

Plus: Sehr gute Geräuschdämmung, solide Fahreigenschaften, relativ günstig.
Minus: Sehr zäh im Bereich der Endgeschwindigkeit, Rundumsicht mäßig, Multifunktionslenkrad gewöhnungsbedürftig.

Technische Daten Kia Ceed 1.6 CRDi:

Fünftüriger Kompaktwagen mit fünf Sitzplätzen, Länge/Breite/Höhe: 4,31m/1,78m/1,47m, Wendekreis: 10,3 Meter , Gepäckraumvolumen 380 bis 1 270 Liter, Zuladung: 545 Kilogramm, Tankinhalt: 53 Liter.
Motor: 1,6-Liter-Vierzylinder-Turbodiesel, Leistung 90 kW/128 PS, manuelles Sechsganggetriebe, Beschleunigung 0 – 100 km/h: 10,9 s, Höchstgeschwindigkeit: 197 km/h, Testverbrauch auf 100 km: 7,4 Liter Diesel, CO2-Emission (Test) 196 g/km. Preis: ab 22 390 Euro. usk/mid

 


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