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Reifenhersteller Fulda im Guinessbuch der Rekorde

Ein offizieller Weltrekord ist immer eine Ansage. Seit kurzer Zeit steht der Reifenhersteller Fulda im Guinessbuch der Rekorde, weil ein Subaru mit vier Fulda Kristall Control HP-Reifen mit 48,132 Metern den kürzesten Bremsweg aus 48 km/h auf blankem Eis erzielt hat. Was der Winterpneu in der Praxis noch so auf der Pfanne hat, durfte im Anschluss selbst getestet werden: auf 2 500 Kilometern durch das Yukon-Territory im Norden Kanadas.

Das Maß an Zutrauen, das ein Hersteller mit seinen Produkten verbindet, lässt sich an den Bedingungen ablesen, unter denen er seine Erzeugnisse von Profis in der Praxis testen lässt. 2 500 Kilometer in fünf Tagen, bei extremsten Witterungsbedingungen und auf zwei der extremsten Straßenverbindungen der Welt, weiter kann sich ein Hersteller von Winterreifen nicht aus dem Fenster lehnen. Seit 13 Jahren verbindet Fulda sein Extremsport-Festival, die „Fulda Challlange“, mit ausgedehnten Etappen durch die nordwestlichste Provinz Kanadas. Ein Land der Extreme: Auf der rund 1,5-fachen Fläche der Bundesrepublik verlieren sich aktuell 34 667 Einwohner. Davon leben alleine rund 25 000 in der Hauptstadt Whitehorse, dem Ausgangsort des Härtetests.

Die Fulda Kristall Control HP-Reifen vom Format 225/65 R 17 sind auf einem Chevrolet Equinox montiert. Der 4,77 Meter lange SUV der Mittelklasse basiert auf der gleichen Plattform wie der Opel Antara und der Chevrolet Captiva. Er verfügt über einen permanenten Allradantrieb ohne Reduktionsgetriebe und tritt mit einem 2,4-Liter-Benzindirekteinspritzer an, der 136 kW/184 PS leistet. Das ist in jeder Situation ausreichend, weil die Höchstgeschwindigkeit im Yukon-Territory strikt auf 90 km/h limitiert ist.

Zwei Dinge prägen das moderne Yukon-Territory: Reiche Bodenschätze und Landschaften, die mit dem Attribut „atemberaubend“ nur unzureichend charakterisiert bleiben. Ein Straßennetz von 4 734 Kilometern Länge erschließt für den Menschen beide Attraktionen. Die Route von Whitehorse an den Polarkreis entspricht einer Fahrt von Zürich nach Kopenhagen im Winter bei Temperaturen von bis zu 50 Grad Minus und auf einer geschlossenen Eisdecke mit einem wechselhaften Schneebelag.

Die mehr als 500 Kilometer bis zum ersten Etappenziel in Dawson City führen über den „Alaska Highway“. Jeder Meter erfordert volle Aufmerksamkeit, denn Fahrspuren sind bei Schnee und Eis nicht zu erkennen. Bei zweistelligen Minusgraden nimmt Schnee die Konsistenz von Talkumpuder an. Durch einen Windhauch in Bewegung versetzt oder durch ein vorausfahrendes oder entgegenkommendes Auto aufgewirbelt, dauert es Minuten, bis die Schwerkraft den weißen Staub wieder auf den Boden gezwungen hat. Hier empfiehlt sich ein Sicherheitsabstand von mindestens einem Kilometer. Kommt freilich ein bis zu 100 Tonnen schwerer Truck mit 90 Sachen entgegen, geht es in eine Nebelwand mit Null Meter Sicht – und wachsendem Gottvertrauen in ein spurstabiles Fahrwerk.

Die 1 500 Menschen, die heute noch Dawson City bevölkern, kultivieren den Charme und die historische Originalität eines Ortes, der 1898 am Ufer des Klondikes im Goldrausch aus dem Nichts auf 45 000 Einwohner explodierte und bereits vier Jahre später wieder erlosch. Neben dem historischen Ambiente begrüßen den Reisenden gastliche Herbergen mit bequemen Zimmern und nahrhafte Mahlzeiten. Auch ohne körperliche Anstrengungen im Freien verdoppelt sich in diesem extremen Klima der Kalorienbedarf.

Die nächste Etappe zum Polarkreis beginnt um 7 Uhr bei völliger Dunkelheit mit gut gefüllten Tanks, denn die nächste Zapfsäule ist rund 480 Kilometer entfernt. Nun geht es auf dem Dempster Highway weiter, der einzigen Straßenverbindung bis zum Polarmeer. Weniger eine konventionelle Straße als ein unbefestigter Damm über die arktischen Permafrostböden. Für die nächsten drei Stunden scheint die Welt aus einem Tunnel zu bestehen. Blendender Schneefall verbietet die Nutzung des Fernlichts. Trotz der ausgeprägten Spurrillen des Neuschnees rollt das Auto wie auf Schienen. Hier spielt der Winterreifen seine technische Kompetenz besonders eindrucksvoll aus. Die Entwickler bei Fulda nutzten dabei das Phänomen, dass Schnee am besten auf Schnee haftet. Die spezielle Profilgestaltung sorgt dafür, dass unter diesen Bedingungen komprimierter Schnee die Rillen füllt und damit die Auflagefläche optimiert. Somit lassen sich Lenk-, Brems- und Beschleunigungskräfte optimal übertragen.

Den wahren Segen dieses physikalischen Zauberwerks vermittelt in der Praxis die gegen 9.30 Uhr ganz langsam einsetzende Dämmerung. Bei Bewölkung raubt das diffus einsetzende Licht der Welt jede Kontur und Farbe. Die Fahrbahn gibt sich als weißes Band ohne erkennbare Strukturen in der Oberfläche. Auf diesen Kilometern legen die Pneus ihre Meisterprüfung in puncto Spurtstabilität und Lenkpräzision ab, denn in Realiter ist der Untergrund überzogen mir Spurrillen oder Verwehungen. Eine vertrauensbildende Maßnahme, die sich wohltuend auf die angespannten Nerven auswirkt. In dieser extrem lebensfeindlichen Umgebung wandelt sich das Auto vom Transportmittel in ein Raumfahrzeug, das Schutz, Wärme, Sicherheit und das Überleben sichert. Bei Temperaturen unter 20 Grad verbessert sich der Reifengripp aufgrund der komplexen Mischungen für die Lauffläche noch einmal signifikant.

Am Eagels Point, der nördlichsten Raststätte des amerikanischen Kontinents ist der Dempster Highway wegen Blizzard-Warnung für die Weiterfahrt gesperrt. Für die Laufwettbewerbe der Fulda-Challenge und das obligatorische Foto am Polarkreis darf die Karawane noch rund 50 Kilometer weiter fahren.

Zwei Tage und rund 1 200 Kilometer später sind alle Fahrzeuge ohne Zwischenfall wieder in Whitehorse angelangt. Die persönlich anspruchsvollsten 2 500 Kilometer in 37 Jahren Fahrpraxis erlauben nur ein Fazit: Ohne die Winterpneus von Fulda wäre die Reise in die winterliche Einsamkeit keine beeindruckende Grenzerfahrung geworden, sondern ein Horrortrip. Die Produkteigenschaften des Fulda Kristall Control HP haben sich als über jeden Zweifel erhaben erwiesen. Und auch an der propagierten Haltbarkeit scheint etwas dran zu sein. Bei der rund eine Million Kilometer, die die 13 Fulda-Challanges im Yukon-Territory inzwischen gesammelt haben, musste noch nie ein defekter Reifen gewechselt werden.

Thomas Lang/mid tl/mid


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