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Vier Trends kurbeln die gemeinsame Fahrzeugnutzung an

Die gemeinsame Fahrzeugnutzung boomt. Die Mobilität befindet sich im Wandel. Immer mehr Menschen kaufen sich kein Auto oder Fahrrad mehr, sondern nutzen die Fahrzeuge gemeinsam.

Und diese Entwicklung wird sich laut einer Studie der Unternehmensberatung Roland Berger in den kommenden Jahren noch erheblich verstärken. Experten erwarten bei der sogenannten „Shared Mobility“ (gemeinsam genutzte Fahrzeuge) bis 2020 weltweit jährliche Wachstumsraten bis zu 35 Prozent.

Vier Trends befeuern dieses Wachstum: eine neue Konsumkultur, die Ressourcenknappheit in Ballungszentren (zum Beispiel Parkraum), eine alternde Gesellschaft sowie die fortschreitende Vernetzung durch den Ausbau der Kommunikationstechnik. So sind die Menschen heute eher bereit, Transportmittel einfach nur zu nutzen, anstatt sie zu kaufen. Die demographische Entwicklung führt zu einer stärkeren Nutzung individueller und günstiger Bring- und Holdienste. Und durch Smartphone-Apps und Co. ist es immer einfacher, verschiedene Verkehrsmittel zu einer sogenannten Mobilitätskette“ miteinander zu kombinieren.

Vier große Wachstumsfelder macht die Studie aus: Carsharing, Bikesharing, Mitfahr- und Taxidienste (Ridesharing) sowie Parkplatzdienste (Shared Parking). Das Carsharing soll um 30 Prozent jährlich wachsen und 2020 einen weltweiten Umsatz von 5,6 Milliarden Euro erreichen. Dazu trägt auch eine größere Vielfalt bei. So ist das Autoteilen heute zum Beispiel auch für das Flottenmanagement von Firmen interessant. Und das Ausleihen von Privat zu Privat gewinnt zunehmend Anhänger. Das spiegelt sich auch in einer wachsenden Zahl an Anbietern wieder, darunter neben Start-ups immer mehr etablierte Unternehmen wie Automobilhersteller, Transport- und Logistikfirmen.

Am stärksten zulegen soll der Markt für organisiertes Mitfahren und Taxidienste auf kurzen und mittleren Strecken. 2020 dürfte das weltweite Marktvolumen nach jährlichen Steigerungen von rund 35 Prozent rund 5,2 Milliarden Euro betragen. Auch hier spielen private Fahrer eine zunehmende Rolle, der umstrittene Fahrdienst Uber lässt grüßen.

Eine neuere Entwicklung ist laut der Studie die (Wieder-) Etablierung des Fahrrades als „innerstädtisches Verkehrsmittel schlechthin“. So soll der weltweite Markt für den Fahrradverleih bis 2020 um rund 20 Prozent jährlich weiterwachsen ? auf bis zu 5,3 Milliarden Euro. Der verstärkte Einsatz von E-Bikes sorgt für einen weiteren Wachstumsschub, weil sich dadurch neue Kundenschichten erschließen lassen.

Und schließlich bietet als vierter Wachstumsmarkt die gemeinsame Nutzung von Parkplätzen eine mögliche Lösung für den in Städten allgegenwärtigen Mangel. Durch die mobile Kommunikation und die Einbeziehung von privaten Stellplätzen öffnet sich daher ein neuer, attraktiver Markt. Dieser wird voraussichtlich um 25 Prozent jährlich wachsen und bis 2020 ein Geschäftsvolumen von rund 2 Milliarden Euro erreichen.

Um sich in den genannten Marktsegmenten erfolgreich zu etablieren, müssen Unternehmen auf die besonderen Anforderungen des Marktes achten. So sollten Mobilitätsdienstleister auf ein dichtes Netz von Fahrzeugen und Stationen setzen und das eigene Unternehmen als vertraute Organisation etablieren. Durch die intelligente Nutzung der Kundendaten sollten Anbieter Kundenwünsche sofort wahrnehmen und mit ihrem Produktangebot darauf reagieren. Wichtig ist außerdem ein höchstmöglicher Komfort für die Nutzer durch den Einsatz moderner Techniken und Applikationen. Denn die Shared Mobility lebe von einfachen und flexiblen Dienstleistungen und von fairen und transparenten Preisen. mid/ts


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