Gebrauchtfahrzeuge: Tachobetrug erhöht Kaufpreis

Tachobetrug ist kein Kavaliersdelikt, jedoch kommt  eine Tachomanipulation leider immer noch viel zu häufig vor. Nach Berechnungen des ADAC entsteht jedem Autofahrer, der ein Gebrauchtfahrzeug mit manipuliertem Tacho kauft, im Durchschnitt ein Schaden von rund 3.000 Euro. Treten dann noch Schäden wie gerissene Zahnriemen auf, weil die tatsächliche Kilometerleistung des Autos verfälscht und der Riemen nicht rechtzeitig gewechselt wurde, sitzt der neue Besitzer schnell auf einem Schaden im fünfstelligen Bereich. Dabei sollen, so der Autoclub, jährliche volkswirtschaftliche Schäden von rund sechs Milliarden Euro entstehen.

„Deutschland hat durch Tachofälscher mehr finanziellen Verlust zu tragen, als die gesamte Weltwirtschaft durch Piraterie am Horn von Afrika verkraften muss“, meint ADAC-Präsident Peter Meyer. „Wir dürfen Deutschland nicht von Tachofälschern kapern lassen. Während der Deutsche Bundestag gerade darüber debattiert, wie der Piraterie vor Somalia wirkungsvoller zu begegnen sei, kümmere sich die deutsche Politik zu wenig um den Tatbestand der Tachomanipulation. Bundesverkehrsminister habe zwar schon im April 2011 ein strengeres Vorgehen gegen die Fälscher gefordert, getan hat sich jedoch nichts.“

Nach Ansicht des ADAC muss die Abschreckung erhöht werden. Die Höchststrafe für Täter, die die Manipulation gewerblich betreiben, liegt derzeit bei einem Jahr Haft. Sie müsse erhöht werden, Tachobetrug sei schließlich kein Kavaliersdelikt. Technisch gesehen ist das Fälschen der Kilometerleistung ein Kinderspiel, dauert nicht länger als 30 Sekunden. Dabei müssen weder der Tacho, noch andere Steuergeräte ausgebaut werden. Die Geräte zur Manipulation sind auch von Laien leicht zu bedienen. Ein Nachweis der vorgetäuschten geringeren Kilometerleistung ist technisch meist ohne großen Aufwand nicht möglich. Deshalb fordert der Autofahrerclub in Übereinstimmung mit Experten die Autohersteller auf, für einen zeitgemäßen Schutz des Kilometerstandes zu sorgen. Es würde nur wenige Euro kosten, Autos sicherer zu machen. Der Mehraufwand für die rund drei Millionen Neufahrzeuge, die pro Jahr in Deutschland verkauft werden, entspräche nur einem winzigen Bruchteil des jetzt jährlich entstehenden Schadens.

Bei BMW, so Pressesprecherin Michaela Wiese, basiere der Tacho-Schutz auf einer Kombination aus speziell für BMW entwickelten Bauteilen und der Verteilung der Funktion auf mehrere Steuergeräte. Daher sei eine Manipulation des Kilometerstandes über Diagnose-Tools bei aktuellen (ab Produktion 2000) BMW-Modellen nicht möglich. Eine potenzielle Manipulation des Kilometerstandes hinterlasse eindeutige Spuren, da dafür ein Ausbau und Zerlegen des Tachometers notwendig sei. Eine Prüfung der neuen Geräte, die seit neustem im Internet angeboten werden und die Manipulationsmöglichkeit in Aussicht stellen, laufe aktuell. Bis jetzt konnte diese Manipulationsmöglichkeit nicht bestätigt werden. Klaus Zwingenberger/mid  Bildquelle: DVR

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